Koi Pflege im Frühjahr

Im Frühjahr steigen die Temperaturen an und somit auch die Aktivität der Kois. Dabei muss aber bedacht werden, dass die Temperaturen noch stark schwanken können. Auf warmen Tagen folgen meist noch frostig kühle Nächte und Wasser erwärmt sich natürlich langsamer als Luft.

Für den Koi ist dies eine ganz besondere Zeit. Der Fisch ist im Gegensatz zu uns Säugetieren nicht in der Lage eigenständig seine Temperatur zu regulieren. Seine Körpertemperatur liegt meist nur minimal über der des Wassers. Lediglich durch Muskelarbeit und Stoffwechelaktivitäten erzeugt der Fisch Wärme.

Solange die Wassertemperatur allerdings noch unter 10 Grad liegt, bleibt das Immunsystem des Tieres inaktiv. Erst bei steigenden Temperaturen fängt es wieder an zu arbeiten und liefert somit den nötigen Schutz vor Krankheiten. D. h. auch, dass der Koi während des Frühlings anfälliger für Krankheiten ist. Damit Sie diese Zeit ohne nennenswerte Vorkommnisse überstehen, sollten Sie weiterhin einen regelmäßigen Blick auf Ihre Filteranlage und die Wasserqualität legen.

Fütterung im Frühjahr

Wie Sie sicher schon gemerkt haben, liegt die magische Gradzahl bei 10 Grad. Hat das Wasser diese Temperatur erreicht, fangen auch die Koi Karpfen wieder an nach Futter zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt können auch Sie anfangen Ihre Fische sparsam zu füttern.

Da während der Frühlingsmonate das Wasser immer noch abkühlen kann, sollten Sie allerdings nur Futter verwenden, welches schnell verdaut werden kann. Kühlt sich das Wasser stark ab, kann die Nahrung nämlich nur noch langsam verdaut werden. Normales Koifutter kann zu diesem Zeitpunkt dazu führen, dass es im Darm bleibt und verdirbt. Dies führt wiederum zu Problemen im Verdauungssystem und zu Bakterien. Deshalb sollte gerade zu Anfang nicht zu stark eiweißhaltigen Produkten gegriffen werden.

Besser eignen sich kleine Sticks mit hohem Weizenanteil, bzw. Weizenkeimen. Sobald sich die Wassertemperatur bei über 10 Grad eingependelt hat, können Sie auch wieder Koifutter füttern, welches aus kohlehydratreichen Weizenkeimen besteht, sowie Eiweißen und Spurenelementen. Ab einer Temperatur von 15 Grad geht auch Koifutter mit höherem Eiweißgehalt.

Hinweis: bitte verwenden Sie kein Futter aus dem Vorjahr. Dieses hat meist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten und wurde bereits zu oft der Luft ausgesetzt. Geöffnete Futtertüten oxidieren schnell, wodurch das Futter verdirbt. Schimmelpilz kann ebenfalls das Futter befallen und dieser ist für Kois giftig.

Teichpflege


Während man im Winter den Teich leicht vernachlässigt, sollte man im Frühjahr einen ganz besonderen Blick drauf werfen. Für einen gesunden Teich ist es wichtig, dass dieser sauber ist. Wer den Bodengrund nicht über Bodenabflüsse reinigen kann, sollte diesen mit einem Schlammsauger oder einer anderen guten Unterdruckpumpe von Schlamm und anderen Abfallstoffen befreien.

Nach dem Teichboden kommen die Filter dran. Diese sollten Sie ebenfalls durchspülen, aber bitte mit Teichwasser und nicht mit Leitungswasser. So bleibt die Wasserqualität konstant und ändert sich nicht zu schlagartig.

Sind die Fische im Teich erstmal wieder aktiv, kann auch die Wasserzirkulation erhöht werden. Hierdurch wird das Wasser wieder besser gefiltert und es wird mit mehr Sauerstoff versetzt, die durch die stetige Bewegung ins Wasser kommt.

Langsam sollte während des Frühlings die Filteranlage wieder ihren vollen Einsatz bekommen. So werden Bakterien, die im Winter mit eingelagert wurden, aus dem Wasser gefiltert. Des Weiteren ist die volle Funktionsleistung der Filteranlage wichtig, da nun auch die Karpfen wieder vermehrt Ausscheidungen abgeben.

Ggf. ist dies auch der Zeitraum in dem Sie die Filter erneuern müssen. Während des Jahres setzen sich hier gerne Bakterien ab, die im Frühjahr zu neuem Leben erwachen. Dies geschieht vor allem durch die steigenden Temperaturen, der Anstieg der Nährstoffe im Wasser und des erhöhten Sauerstoffgehalts. Alte Filter können ein Bakterienwachstum fördern und Krankheiten beim Koi begünstigen.

Wasserqualität und der Stickstoffkreislauf


Wie Sie wissen, spielt die Wasserqualität eine wichtige Rolle im Koiteich. Gerade im Frühling ist die Wahrscheinlichkeit einer Nitrit-Vergiftung sehr hoch. Dies liegt an dem natürlichen Zyklus. Der Fisch scheidet Abfallprodukte aus, die im Verlauf der biologischen Filterung recycelt werden.

Genauer gesagt, scheidet der Koi Ammoniak aus, das sich in Nitrit umwandelt. Nitrit fördert wiederum das Wachstum von Bakterien. Ganz besonders wird dabei Nitrobacter erzeugt, welcher wiederum zu Nitrat oxidiert. Dieser Vorgang wird von allen biologischen Filtern durchlaufen, so auch im Frühling.

Deshalb sollten Sie direkt zu Beginn die Wasserqualität und den Nitrit-Gehalt prüfen. Die Überprüfung erfolgt natürlich regelmäßig, so dass es zu keiner Zeit zu einer Vergiftung der Kois kommen kann. Eine Möglichkeit, wie man das Problem in den Griff kriegen kann, ist eine anfängliche sparsame Fütterung. Sie können auch Zeolith zum Filtersystem hinzugeben, wodurch überflüssiges Ammoniak gebunden wird. Weitere Tipps, wie Sie die Qualität des Wassers wieder herstellen, finden Sie unter der Rubrik „Wasserqualität“.

Frühjahrs-Checkliste

Hier noch mal alle wichtigen Punkte in einer kurzen Checkliste zusammengefasst.

Teichwartung
  • Reinigen Sie den Boden des Teiches
  • verstärken Sie die Wasserzirkulation, wenn die Kois wieder aktiver werden
  • Spülen Sie die Filter gründlich mit Teichwasser durch

Wasserqualität
  • biologische Filter sollten jetzt wieder auf volle Leistung gebracht werden
  • Bakterienkulturen (gefriergetrocknete oder lebende) dienen als „Starter“ bzw. als Rekultivatoren
  • überprüfen Sie die Wasserqualität, vor allem hinsichtlich Ammoniak und Nitrit
  • ist der Nitritspiegel zu hoch, sollten Sie einen Teilwasserwechsel vornehmen

Futter
  • ab 6 Grad kann der Koi langsam gefüttert werden
  • füttern Sie nur leicht verdauliches Futter, solange Sie niedrige Temperaturen haben
  • ab 10 Grad können Sie auch Futter mit Eiweiß geben
  • ab 15 Grad und  mehr darf auch Koifutter mit hohem Eiweißgehalt gegeben werden
  • verwenden Sie kein Futter aus dem Vorjahr