Koi Pflege im Herbst

Der Herbst ist für den Koi eine sehr aufregende Zeit. Allein durch die zum Teil starken Temperaturschwankungen muss sich der Fisch auf einiges einstellen und stehts flexibel sein. Ein gutes Immunsystem ist jetzt besonders wichtig. Außerdem können in diesen Wochen die letzten noch fehlenden Fettvorräte für den Winter aufgebaut werden.


Die Fütterung im Herbst

Das Fressverhalten der Tiere ändert sich im Vergleich zum Sommer kaum. Sie fressen weiter eifrig alles, was ihnen vor den Mund kommt. Wenn das Wasser jedoch kühler wird, lässt irgendwann auch der Appetit nach und sie fangen an träge zu werden.

Der Frühherbst eignet sich deshalb um weizenkeimhaltiges Koifutter zu verabreichen. Dieses kann bis in den frühen Winterwochen weiter verabreicht werden. Die Menge des weizenkeimhaltigen Futters kann jetzt sogar nochmals gesteigert werden. Das Koifutter sollte in dieser Zeit einen hohen Eiweißanteil haben. Das benötigte Futter für den Koi kriegen Sie in jedem gut ausgestatteten Fachhandeln und  beim Züchtern.

Der Teich


Das größte Problem im Herbst sind die fallenden Blätter, die den Teich verunreinigen. Auch Äste und andere Dinge setzen sich zunächst auf der Wasseroberfläche ab. Diese sollten schnellstmöglich entfernt werden, bevor sie auf den Teichboden sinken können. Mit einem Netz oder einem Oberflächensauger bekommt man hier aber schon einiges weg.

Ein weiteres Problem stellen einige Pflanzenarten da. Es gibt Bäume die natürliche Insektizide produzieren, die dann zusammen mit den Blättern ins Wasser gelangen und schädlich für die Tiere werden können.

Der Einsatz eines Netzes schützt nicht nur vor abgefallenen Blättern sondern auch vor Fischreiher, Katzen und anderen Tieren.

Filterreinigung ist im Herbst ebenfalls ein Thema. Wenn ein Mehr-Kammer-System vorliegt, sollte man sich Kammer für Kammer vornehmen. Am Besten ist im Wochenrhytmus, damit die nitrifizierenden Bakterien bereits gereinigte Kammern neu besiedeln können. Dies verringert die Gefahr einer sich ändernden Wasserqualität. Bei der Reinigung der Filter sollte man niemals Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel nutzen. Diese töten Keime ab und sorgen für eine schlechtere Wasserqualität.

Die Gefahr von opportunistischen Mikroorganismen


Der Grund warum Sie Blätter & Co. schnellstmöglich von Ihrem Koiteich holen sollten, ist denkbar einfach. Die Blätter werden von Bakterien, den sog. opportunistischen Mikroorganismen zersetzt. Diese ernähren sich von totem oder sterbendem Gewebe. Liegen genügend Blätter auf dem Teich vermehren sich die Organismen in rasender Geschwindigkeit und befallen irgendwann auch die Kois.

Beschädigte oder abgestorbene Schuppen werden von genau diesen Bakterien befallen, die nach und irgendwann ins gesunde Gewebe eindringen. In vielen Fällen kommt es dann zu Geschwüren und in ganz extremen Fällen zu einer Blutvergiftung.

Weitere Informationen zu Koikrankheiten erhalten Sie hier.

Der Gesundheitscheck


Bevor die Karpfen in die Winterstarre verfallen, sollten sie nochmals gründlich überprüft werden. Schauen Sie, ob keine Parasiten wie Stäbchenkrebse oder Karpfenläuse vorhanden sind. Beide lösen Hautläsionen aus, die sich zu hässlichen Geschwüren entwickeln, wenn sie nicht behandelt werden.

Ab ca. 12 Grad Wasssertemperatur heilen Wunden beim Koi nur ganz schlecht bis gar nicht. Ab 10 Grad arbeitet das Immunsystem gar nicht mehr. Dummerweise sind Baktieren bis zu einer Temperatur von 2 Grad aktiv und können so den Fisch weiter schädigen.

Wird ein kranker Koikarpfen entdeckt, dann sollte die Behandlung im Zweifelsfall im Haus in einem separaten Becken durchgeführt werden. Im Behandlungsbecken hat der Fisch genug Zeit sich zu erholen und seine Krankheit auszukurieren. Ideal ist hier eine Temperatur von 16 Grad.

Die Handelsüblichen Mittel gegen Stäbchenkrebse und Karpfenläuse sind für den Koi unschädlich, jedoch können sie eine Gefahr für andere Fische darstellen. Deshalb ist es so wichtig, dass der kranke Koi in ein extra Becken kommt. Es dauert ungefähr sieben Tage bis die Läuse und Larven unschädlich sind.

Herbst-Checkliste


Teichwartung
  • Oberflächensauger (sog. Skimmer) helfen die Wasseroberfläche sauber zu halten
  • spannen Sie ein Netz zum Schutz vor abfallenden Blättern und Tieren
  • reinigen Sie die Filteranlage
  • bei Mehrkammersystemen sollte immer eine Woche zwischen der jeweiligen Kammerreinigung sein
  • Wasserschwankungen können mittels eines thermostatischen Heizers ausgeglichen werden

Gesundheit
  • halten Sie Blätter fern vom Teich, sodass sich keine Bakterien bilden können
  • Überprüfen Sie Ihre Tiere auf Parasiten
  • kranke Kois werden jetzt in einem separaten Behandlungsbecken (mit mind. 16 Grad Wassertemperatur) behandelt

Futter
  • die Fütterung in den ersten Herbstwochen erfolgt weiterhin sparsam, dafür wird die Anzahl der Mahlzeiten am Tag erhöht
  • sinken die Temperaturen sollte Koifutter aus Weizenkeimen hinzugefüttert werden
  • proteinreiches Futter wird jetzt Stück für Stück reduziert