Koipflege und Haltung im Winter

Wenn die Temperaturen sinken, lassen sich auch die Kois kaum noch an der Wasseroberfläche blicken. Sie bleiben lieber in den tieferen Regionen des Teiches, die noch etwas wärmer sind. Sinken die Temperaturen unter 6 Grad stellen sie sogar das Fressen ein.

In dieser Zeit findet man seine Tiere ganz eng am Boden gedrängt. Die Seitenflossen anliegen, sodass zumindest ein bisschen Körperwärme vorhanden bleibt. Den größten Wärmeaustausch hat der Fisch aber an seinen Kiemen. Durch das kalte Wasser, dass über die Kiemenfilamente strömt, wird auch das Blut kälter. Die Atmung wird deshalb reguliert. Man hat fast den Eindruck, dass der Fisch nun langsamer atmet um Körperwärme zu sparen.

Dieser Ruhezustand wird in der Fachsprache „Torpität“ genannt und tritt bei einer Wassertemperatur zwischen 3 bis 6 Grad auf. In diesem Zustand reagiert das Tier nur noch auf äußere Reize wie Wasserbewegung oder Berührungen. Jedoch funktionieren die Geruchs- und Geschmackssinne nicht.

Ab einer Wassertemperatur unter 3 Grad kann es für den Koi gefährlich werden. Es kann nämlich passieren, dass sich an der empfindlichen Kiemenmembran Eiskristalle bilden. Da sich Wasser ausdehnt, wenn es gefriert, können so die Kiemenzellen zerstört werden. Dies führt über kurz oder lang zum Tod des Fisches. Deshalb sollte man immer ein Auge auf die Wassertemperatur im Winter haben. Gleichzeitig ist ein tiefer Koiteich hier von Vorteil, weil in der Tiefe die Temperaturen nicht so schnell sinken.

Sollte man Außenteiche heißen?

Aufgrund der immer kälter werdenden Winter nutzen sich viele Koi-Liebhaber eine integrierte Teichheizung. Diese speziellen Heißsysteme sorgen dafür, dass die Fische das ganze Jahr über agil bleiben.

Wenn das Heißsystem über ihre normale Heizung läuft, dann sollte der Weg vom Haus zum Teig mit Durchlauferhitzer versehen werden. So garantiert man, dass die Rohre nicht während des Winters einfrieren. Eine zusätzliche Steuerung sorgt für eine konstante Temperatur, die man flexibel anpassen kann.

Wer seinen Koiteich nicht heizen möchte, kann die Fische auch in einem Innenteich überwintern lassen.

Filtrierung und Belüftung

Wie wir alle wissen, ist die Wassertemperatur am Boden höher als auf der Teichoberfläche. Deshalb ist die Teichtiefe besonders wichtig. Bei einem Außenteich sollte sie bei mind. 1,5 Meter liegen. Diese Tiefe garantiert eine Stabilisierung der Wassertemperatur am Boden und Oberfläche.

Wenn Sie einen biologischen Filter verwenden, kann dieser den Winter über durchlaufen. Damit das Wasser ausreichend mit Sauerstoff angereichert wird, ist es wichtig, dass das Wasser ständig zirkuliert. Gleichzeitig wird bei diesem Vorgang Kohlendioxid abgebaut. Ein weiterer Grund, warum der Filter weiter laufen sollte ist, dass er so nicht zufrieren kann. Wird er im Winter ausgestellt, bleiben oft Wasserreste im Filter. Diese gefrieren und sorgen dafür das Filterteile rosten oder gar zerbersten.

Unterwasserpumpen mit Durchflussregler sollten in dieser Zeit auf die niedrigste Stufe gestellt werden. Falls Sie jedoch mehrere Pumpen verwenden, reicht es im Winter aus, eine einzelne laufen zu lassen. Einzige Ausnahme wäre ein wirklich großer Teich.

Während die eine Pumpe nicht im Einsatz ist, kann diese sorgsam geprüft oder gereinigt werden. Vor allem an Kabeln und Schaltern sollte man auf Risse achten.

Sinken die Wassertemperaturen auf 4 Grad, sollten Unterwasserpumpen, bzw. deren Ansaugstutzen zwischen 15 - 23 Zentimeter unter die Wasseroberfläche anheben. So verhindern Sie eine Verwirbelung der einzelnen Wasserschichten und die Abkühlung der Bodenschicht.

Stetig zirkulierendes Wasser hat noch einen weiteren Vorteil, dass Wasser an der Oberfläche kann nicht zufrieren, zumindest nicht vollständig.

Winter-Checkliste


Teichwartung
  • Pumpen mit Durchflussregler werden auf minimale Leistung umgestellt
  • eine Pumpe reicht aus - Ausnahme: sehr große Teiche
  • deaktivierte Pumpen prüfen (Kabel, Schalter, Filter)
  • Luftströme in Venturi-Rohren und Wasserfällen drosseln
  • Fontänen ganz abstellen
  • Saugstutzen sollten auf 15 - 23 cm unter der Wasseroberfläche verlegt werden
  • Ausströmer können entfernt werden
Gesundheit
  • die Wassertemperatur sollte nicht unter 4 Grad sinken, da sonst die Fische Schaden nehmen können
Futter
  • ab Wassertemperaturen von unter 6 Grad kann die Fütterung komplett eingestellt werden
Wasserqualität
  • biologische Filter können weiterhin laufen
  • thermostatisch kontrollierte Heizsysteme im Filter helfen die Wassertemperatur nicht unter 4 Grad sinken zu lassen