Wasserqualität

Der Koi ist ein Süsswasserfisch, dessen Bedürfnisse sehr vielfältig sind. Es liegt an uns, den Lebensraum eines Kois in unseren Teichen so gut es geht, nach zu ahmen. Die Wasserqualität spielt hierbei eine extrem wichtige Rolle. Ebenso wie die Wassertemperatur, ph-Werte und der Härtegehalt, bzw. Salzgehalt. Auch der Anteil an Sauerstoff sowie Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Chlor und Chloramin müssen für den Karpfen im Einklang sein. Schadstoffe und Verschmutzungen, zum Beispiel durch Algen oder Pestizide sollten unbedingt vermieden werden.

Der pH-Wert

Wie wir wissen liegt der neutrale pH-Wert bei 7. Dabei geht die Skala von 0 (extrem sauer) bis 14 (extrem alkalisch). Bei 7 ist zum Beispiel der von Wasserstoff- und Hydroxylionen identisch. Ein Wert von 6 bedeutet, dass das Wasser zehnmal so sauer ist, wie beim pH-Wert von 7.

Für einen Koiteich liegt der ideale Wert zwischen 7 und 7,5. Somit darf das Wasser leicht alkalisch sein, wobei die Gefahr, dass ein Koiteich zu sauer wird, relativ gering ist. Schwankungen des pH-Wertes sind vollkommen normal und werden von den Tieren auch nicht als schädlich angenommen. Allerdings sollte man darauf achten, dass ein Teich nicht dauerhaft einen zu hohen Wert aufweist. Dies kann beispielsweise bei Algenblüten der Fall sein, wo der pH-Wert auf 9 ansteigt. Kurzfristig verkraften Kois dies, allerdings nicht langfristig. Ein Wert von 10 ist jedoch für den Fisch lebensbedrohlich.

Die Wassertemperatur

Die Wassertemperatur beeinflusst unter anderem das Futterverhalten sowie das Wachstum. Da Kois sehr robust sind, können sie in Gewässern mit Temperaturen zwischen 2 und 30 Grad leben. Da wir in Nordeuropa oft sehr kalte Winter haben, kann dies jedoch zu Problemen führen. Aus diesem Grund ist die Teichtiefe von besonderer Bedeutung. Ein weiteres Problem ist die genaue Erfassung der Teichtemperatur, da diese je nach Tiefe unterschiedlich ist. Eine Möglichkeit, damit die Wassertemperatur im Winter nicht zu stark sinkt, sind Heißsysteme. Mit Ihnen können die Karpfen im Teich überwintern und müssen nicht in ein Winterquartier umziehen.

Die Wasserhärte

Kois sind hart im nehmen, das gilt auch für die Wasserhärte. So kommen sie sehr gut mit härterem Wasser (kalkhaltigem Wasser) aus.  Härteres Wasser hat sogar den Vorteil, dass die vorhandenen Kalziumverbindungen giftige Schwermetalle aus dem Wasser filtern. Des Weiteren beeinflusst die Wasserhärte die sog. Osmoregulation der Fische. D. h. der Wasser-/Salzhaushalt der Fische wird dadurch geregelt. Aus diesem Grund kann man bei weichem Wasser Salz hinzugeben, welches vor allem kränkelnden Kois hilft, sich zu erholen.

Ein weiterer Faktor ist, dass die Wasserhärte den pH-Wert beeinflusst. Aus diesem Grund sollte man die Wasserhärte immer in Zusammenhang mit der Wasserqualität sehen. Zur Bestimmung der Wasserhärte kann man einen der vielen Teststreifen nutzen, die es in jeder guten Koihandlung gibt.

Der Sauerstoffgehalt


Der Sauerstoffgehalt im Teich richtet sich nach der Temperatur. Je wärmer das Wasser wird, umso geringer wird der Sauerstoffanteil und umgekehrt. Ein Sauerstoffmangel kann bei Kois Stress auslösen und sollte tunlichst vermieden werden. Damit es den Fischen gut geht, sollte man pro 1 Liter Wasser 6 mg Sauerstoff im Teich haben. Um dies zu garantieren, ist es wichtig, dass das Wasser im Teich zirkulieren kann und das 24 Stunden am Tag. Aus diesem Grund sollte man seine Pumpen weder bei Nacht noch im Winter abstellen, sondern vielmehr auf Markenware umsteigen, die diese ständige Belastung standhält.

Vor allem im Sommer ist die Gefahr von zu wenig Sauerstoff im Teich sehr groß. Während tagsüber noch durch die Photosynthese der Pflanzen Sauerstoff dem Wasser zugeführt wird, entziehen die Pflanzen Nachts diese dem Wasser wieder. Besonders bei schwülem, feuchtem Wetter kann ein Mangel entstehen. Auch organische Abfallstoffe (z. B. durch Futterreste) können den Sauerstoffgehalt und somit die Wasserqualität beeinträchtigen.

Mit Testkits oder speziellen elektronischen Geräten kann man den Gehalt stetig im Auge behalten. Am besten können Sie den Wert morgens zwischen 6 und 7 Uhr testen, weil dann dieser i. d. R. am geringsten ist.


Chemikalien


Wie wir bereits wissen, ist der pH-Wert im Teich von besonderer Bedeutung. Dieser wird auch von Ammoniak, Nitrit und Nitrat beeinflusst. Alles drei sind stickstoffhaltige Verbindungen und stellen kritische Indikatoren für die Wasserqualität dar. Ammoniak (auch NH3 genannt) ist ein giftiges Gas, welches durch den Abbau von organischen Stoffen wie Futterresten oder Blättern, entsteht. Des Weiteren wird Ammoniak von den Kois über die Kiemen als Abfallprodukt ausgeschieden. Somit ist das Gas immer im Teich vertreten, sollte aber niemals den kritischen Wert übersteigen. Bereits ab Werten von 0,2 bis 0,5 mg pro Liter können die Fische sterben. Natürlich muss auch auf die Art des Wassers und dessen Qualität geachtet werden. Nichtsdestotrotz kann auch ein geringerer Anteil, der dafür über längere Zeit vertreten ist, die Krankheitsanfälligkeit erhöhen und zu Irritationen bei den Kiemen führen.

Wichtig zu wissen ist, dass andere Faktoren, die Giftigkeit von Ammoniak steigern können. Hierzu gehören u. a. die Wassertemperatur und der pH-Wert. Ein erhöhter Salzgehalt senkt hingegen den Ammoniakwert. Um den Wert immer im Griff zu haben, sollte man ihn mithilfe einer Tabelle kontrollieren. Zudem gibt es verschiedene Testkits mit denen man den Gehalt überprüfen kann. Sollten Sie beim Test feststellen, dass der Wert zu hoch ist, empfehlen wir einen Teilwechsel des Wassers und die Fütterung der Kois zeitweise einzustellen.

Wenn Ammoniak abgebaut wird, entsteht eine zweite nicht ganz ungefährliche Chemikalie, Nitrit (NO2). Auch Nitrit ist hochgiftig und zerstört z. B. das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Dadurch wird Lethargie und Sauerstoffhunger erzeugt. Kleinere Kois mit einer Länge von weniger als 15 cm haben ein besonders hohes Risiko an Nitrit zu sterben.  Größere Fische werden oft lethargisch und legen sich seitlich auf den Teichboden, wobei sie aber noch zur Futteraufnahme nach oben kommen. Besonders häufig tritt Nitrit bei neu angelegten Teichen auf, da sich hier die Wasserflora erst noch entwickeln muss. Der Nitritgehalt sollte nicht über 0,15 mg pro Liter ansteigen. Steigt der Wert an, sollte man ähnlich wie bei zu viel Ammoniak einen Teilwechsel des Wassers von mind. 20% veranschlagen. Zusätzlich kann man auch Salz hinzugeben, um den Nitritspiegel zu senken. Hierbei gilt 1-2 Gramm Kochsalz auf 1 Liter Wasser.

Nitrat (NO3) ist die dritte stickstoffhaltige Verbindung auf die Sie achten  müssen. Sie ist zwar für Kois weitaus ungefährlicher, dennoch sollte die Nitratkonzentration nicht über 150 bis 200 mg pro Liter gehen. Vor allem die Eier und die Fischbrut reagieren empfindlich auf Nitrat. Pflanzen hingegen finden Nitrat super, da dieser wie ein Dünger funktioniert. Ist zu viel im Teich vermehren sich die Pflanzen und vor allem Algen schneller und es kann zur sog. Algenblüte (grünes Wasser) kommen.

Damit Ihr Koiteich immer im Einklang ist, sollten Sie die Wasserqualität regelmäßig testen. Dies hat den Vorteil, dass Sie stets die Gesundheit Ihrer Fische im Auge haben und diese auch das angebotene Koifutter essen und dementsprechend ein gesundes Wachstum aufweisen.