Worauf muss man beim Kauf von Koi achten?

Der Koiteich ist fertig! Nun dürfen endlich die ersten Kois einziehen. Doch bevor man aus einer Laune sich die Karpfen anschafft, sollte man die folgenden Dinge berücksichtigen. Wer dies tut, wird später viel Freude mit seinen Fischen haben.

Woher kommen die Kois?

Die meisten Koi Karpfen werden in Ländern wie Japan, Israel, Singapur oder den USA gezüchtet. Von dort aus werden sie weltweit verschickt und landen so auch bei uns in Deutschland.

Wer plant, mit seinen Kois eine Zucht zu beginnen, oder mit ihnen an Ausstellungen teilnehmen möchte, der sollte die Fische aus Japan favorisieren. Diese sind zwar meist etwas teurer, dafür aber auch oftmals in Form, Farbe und Größe hochwertiger.

Leider hat man mittlerweile schon öfters von Mängeln bei Karpfen aus Israel gehört. Solange die Fische klein sind, sehen sie toll aus. Während sie wachsen, verlieren viele von ihnen jedoch an ihrer Farbintensität. Man kann die Farben natürlich mit Futter positiv beeinflussen, sodass dies kein wirklicher Nachteil ist. Dennoch kann es nicht schaden, den Händler vor Ort zu fragen, woher er seine Karpfen bezieht.

Wann sollte der Koi gekauft werden?

Grundsätzlich gibt es zwei Hauptzeiten, wann der Koitransport risikoärmer ist. Dies ist zum einen im November/Dezember und zum anderen im März. Zu beiden Zeiten sind die Wassertemperaturen noch oder schon recht niedrig, sodass die Tiere nicht mehr so aktiv sind. Außerdem erhält man zu dieser Zeit die Spitzenkandidaten aus der Koizucht. Während der anderen Monate werden meist die nicht mehr ganz so schönen Tiere verkauft.

Die meisten Koihalter bevorzugen den Kauf im Frühjahr, weil dann die Wassertemperatur langsam wieder ansteigt und die Tiere aktiver werden. So können die neuen Kois sich langsam mit ihren Artgenossen an die steigende Wassertemperatur gewöhnen.

Natürlich kann man auch Karpfen im Winter kaufen. Dann sollte man aber einen Innenteich haben, wo man die Tiere versorgt. Viele Händler erklären sich aber auch bereit einen gekauften Koi während dieser Zeit bei sich zu verwahren. Im Frühjahr kann man ihn dann ganz bequem abholen und in den eigenen Teich integrieren.

Welcher Koihändler ist der Richtige?

Den Koihändler seines Vertrauens zu finden, kann sich als ziemliche Herausforderung darstellen. Aber es lohnt sich, denn ein guter Händler hilft ihnen bei der Auswahl des richtigen Fisches und steht ihnen auch nach dem Kauf noch mit Rat und Tat zur Seite.

Ein verantwortungsbewusster Händler wird seine Tiere nur in gute Hände abgeben wollen und Ihnen deshalb gewisse Fragen stellen. Gemeinsam mit ihm kann über den Teich gesprochen werden und welche Pflege nötig ist.

Wenn Sie beim Koihändler angekommen sind, sollte der erste Blick in die Koibecken gehen. Hier sollte das Wasser klar sein und frei von Dreck und Ablagerungen. Gerne können Sie die Wasserqualität auch mit Ihrem Geruchssinn prüfen. Riecht das Wasser komisch, ist damit irgendwas nicht in Ordnung. Dann heißt es: "Finger weg."

Ist das Wasser klar und liegt kein fischiger Geruch in der Luft, ist meist alles in Ordnung. Außerdem sollten die Tiere ruhig und entspannt sein. Denn wie wir wissen, sind gestresste Kois anfälliger für Krankheiten.

Welcher Koi ist der richtige für mich?

Meist hat man sich im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht, was für einen Koi man haben möchte. Vielleicht haben Sie sogar schon bei einigen Händlern angerufen und nachgefragt, ob er die gewünschte Koi Art paratt hat.

Steht man dann aber vor dem Teich, sind meist alle guten Pläne dahin. Trotzdem sollte man auch jetzt noch einen kühlen Kopf bewahren. Schauen Sie sich die Tiere in Ruhe an und entscheiden nicht wahllos drauf los.

Ein gesunder Koi ist lebhaft und neugierig. Seine Bewegungen sind nicht ruckartig sonder flüssig. Überprüfen Sie in aller Ruhe, auf welche Tiere dies zutrifft. Achten Sie dabei auch auf die Kiemen. Der Kiemendeckel sollte eng am Körper liegen. Steht der Kiemendeckel ab, stimmt mit dem Tier etwas nicht.

Fällt ihnen ein weißlicher Schleim oder Belag auf dem Koikörper auf, kann dies ein Indiz auf Parasiten sein oder andre Krankheiten. Löcher oder Geschwüre sind weitere Indizien für kranke Tiere. Außerdem sollten die Augen nicht trüb sein.

Haben Sie einen Koi gefunden, der gesund erscheint und ihren Ansprüchen entspricht, bitten Sie den Händler diesen in ein separates Becken oder eine Wanne zu setzen. Diesen Vorgang nennt man "Bowling". So haben Sie die Chance sich das Tier nochmals genauer anzusehen. Der Händler sollte bei diesem Vorgang sehr sachte vorgehen und einen flachen Kescher nutzen. Auch das sind Qualitätsmerkmale eines guten Koihändlers. Idealerweise wird der Koi beim Bowling nicht komplett aus dem Wasser gehoben sondern in die Wanne buxiert.

Ist das Tier in der Wanne kann es nochmals auf Rötungen überprüft werden. Zusätzlich sollte der Händler Ihnen alle Vor- und Nachteile über den Koi erzählen. So erfahren Sie bereits jetzt alles wesentliche. Wichtige Infos sind z. B. der Name der Zuchtform.

Wie transportiert man den Koi?

Ist der Fisch ausgewählt, wird er für den Transport in einen Plastikbeutel gesetzt. Für gewöhnlich wird der Beutel mit 1/3 Wasser aus dem Becken befüllt und zu 2/3 mit Sauerstoff. Das Wasser muss dabei mindestens so hoch sein, dass die Kiemen des Koi bedeckt sind. Sollten Sie einen langen Heimweg haben, informieren Sie Ihren Händler darüber. Er kann Ihnen dann einen zweiten Beutel oder eine Spezialbox geben. An heißen Tagen sollte der Fisch zusätzlich mit Eis, welches um den Beutel gelegt wird, versorgt.

Tipp:
Sollte ein Händler den Beutel statt mit Sauerstoff nur mit Luft befüllen, ist dies kein gutes Qualitätsmerkmal des Händlers.

Bei großen Karpfen sollte der Beutel groß genug sein, dass z. B. die Schwanzflosse nicht abgeknickt werden. Für gewöhnlich werden größere Tiere in zwei oder mehr Beuteln verpackt. So minimiert man die Gefahr von undichten Stellen.

Nachdem das Tier im Beutel ist, sollte dieser in einen Karton gepackt werden. Dies hat den Grund, dass das Tier im Dunklen ist (und somit ruhiger) und das der Transport sicherer ist. Der Karton sollte jedoch passend sein, sodass das Tier nicht hin und her rutschen kann. Während des Transports solte der Koi so wenig Stress wie möglich haben.

Erfolgt der Transport per Auto, sollte der Karpfen nicht während der Fahrt auf Ihrem Schoss liegen. Durch die Körperwärme erwärmt sich die Wassertemperatur im Beutel, welches verherrende Auswirkungen habne kann. Aus diesem Grund, sollte der Karton auch nicht vorne im Fußbereich abgelegt werden. Idealerweise kommt das Tier in den Kofferraum, wo es (soweit wie möglich) fixiert wird. Eine Decke kann hierfür sehr nützlich sein, da sie das wegrutschen verhindert. Gleichzeitig verhindert eine Decke die Lichteinwirkung.

Zuhause angekommen und nun?

Zuhause angekommen sollte der Fisch nicht sofort in den Gartenteich gesetzt werden. Für einige Zeit sollte er in Quarantäne kommen. In einem separaten Becken kann er sich zunächst einleben. Deshalb sollten Sie nach der Ankunft das Tier in des vorhandene separate Becken inkl. des Beutels setzen. Der ganze Beutel kommt also in das Becken, für ca. 2 Stunden. Solange genügend Sauerstoff im Beutel ist, macht dieser kleine Zwischenschritt dem Tier nichts aus. Im Gegenteil es ist sogar gut für ihn, weil sich so die Wassertemperatur langsam angleicht.

Anschließend wird ca. 1/3 Teich- oder Aquariumwasser in den Beutel gegeben. Nach ca. 10 Minuten wird nochmals die gleiche Menge hinzugefügt. Und nach nochmals 10 Minuten kann der Koi ins Becken. Für das Tier bedeutet dieser Vorgang deutlich weniger Stress, als wenn er direkt ins kalte oder warme Wasser gesetzt zu werden.


Die Quarantäne

Über die Quarantäne wird in Fachkreisen viel diskutiert. Während Händler sie eigentlich immer durchführen, machen sich Privatpersonen oftmals nicht die Mühe.

Händler setzen ihre frisch importierten Koi Karpfen gerne in ein separates Becken (Quarantänebecken). Dies geschieht nicht, weil man davon ausgeht, dass die Tiere krank sind. Im Gegenteil, sie sollen sich dort von dem anstrengenden Transport erholen und Stress abbauen. Denn Stress ist ein Auslöser für viele Krankheiten, wie z. B. die Kiemenfäule oder einen Parasitenbefall.

Bei der Ankunft wird das Tier deshalb erstmal in einer Salzlösung gebadet, bevor es ins Quarantänebecken kommt. Im Becken befindet sich ein leichtes Antiseptikum, welches ebenfalls vor Infektionen schützen soll. Der Koi sollte mindestens eine Woche in dem Becken bleiben, weil sich Krankheiten oftmals erst nach Tagen oder sogar Wochen zeigen. Stark gestresste Tiere kann man ruhig etwas länger in Quarantäne lassen, denn Ruhe ist die beste Medizin.

Weißt das Tier während der Quarantänezeit keine Krankheitssymptome auf, kann es anschließend in den Teich zu den anderen Karpfen gesetzt werden. Während der nächsten zehn Tage sollten Sie den Neuzugang stets im Blick haben. Einige Kois fressen erst nicht und halten sich von den anderen Fischen fern. Hält dieses verhalten länger an, kann Kochsalz (ca. 1-3 kg auf 1.000 Liter Wasser) gegeben werden. Dies regt den Appetit an und wirkt konditionsfördernd. In den meisten Fällen reicht dies schon aus und der Neuzugang wird lebhafter. Falls dies bei Ihnen einmal nicht der Fall sein sollte, ist der Gang zum Arzt die beste Lösung.

Quarantäne bei Privatpersonen

Viele Privatpersonen wollen ihre neuen Karpfen nicht in ein Quarantänebecken setzen. Zum einen, weil sie kein entsprechend großes Becken haben und zum anderen, weil sie diesen Schritt als überflüssig erachten.

Bevor man den Neuzugang in ein zu kleines Quarantänebecken mit zu vielen anderen Fischen setzt, ist es tatsächlich oftmals besser, wenn er direkt in den Teich kommt. Ein zu kleines Becken braucht eine sehr gute Filtrierung und genügend Sauerstoff, dass kann ggf. nicht jeder gewährleisten.

Außerdem glauben viele, dass es für den Fisch doppelten Stress bedeutet, wenn er nach dem Transport erst in ein Quarantänebecken kommt und ein paar Wochen später schon wieder umgesetzt wird. Dies ist aber nur bedingt richtig. Denn im separaten Becken hat das Tier die nötige Zeit und Ruhe um anzukommen. Krankheiten haben so weniger Chancen.

Da viele Krankheiten erst nach Wochen sichtbar sind, sollte man die neuen Kois sehr gut im Auge haben (mindestens 6 Wochen lang). Nur so kann man vermeiden, dass das Neutier sowie die anderen Fische nicht krank werden.