Mein Koi ist verletzt - Was nun?

Je nachdem wie voll ein Teich ist, kann es schon mal zu Verletzungen kommen. Diese können durch Streit ums Futter entstehen, oder durch scharfe Steinkanten an die der Koi versehentlich angestoßen ist. Kois neigen dazu, sich die Schuppen von Zeit zu Zeit an Gestein oder untergetauchten Gegenständen zu scheuern. Dieses Verhalten tritt besonders häufig mit dem Befall von Parasiten auf, die Hautreizungen verursachen.
Solche Hautreizungen können ebenfalls der Grund sein, warum der Koi unkontrolliert aus dem Wasser springt. Eigentlich ist dies ja ein Zeichen von Freude, dennoch kann es auch im Zusammenhang mit einer Krankheit stehen. Bei dem wieder eindringen im Wasser kann es ebenfalls zu Verletzungen kommen.

Offene Verletzungen am Koi

Hat auch Ihr Koi eine offene Verletzung sollten schnellstmöglich versorgen, damit sie sich nicht entzündet und es zu schwerwiegenden Folgen kommen kann.

In einem solchen Fall nutz der Profi seinen speziellen Erste Hilfe Kasten. In diesem sind  eine scharfe Schere enthalten, eine Pinzette mit abgerundeten Spitzen, Wattetupfer, eine antiseptische Salbe oder Lotion und natürlich ein Handtuch.

Das Handtuch taucht man zunächst ins Teichwasser und wickelt dann den Koi darin ein. Während der Behandlung sollten auch Ihre Hände feucht sein, da trockene Hände zu sehr an den Schuppen haften und die leicht ausreißen können. Die antiseptische Lotion sollte zudem wasserunlöslich sein. Am besten bekommt man diese speziellen Präparate beim Tierarzt oder in der Apotheke. Hier können Sie sich auch direkt über die richtige Anwendung informieren.

Hat Ihr Koi eine äußerliche Wunde können Sie diese mit Wattestäbchen und der antiseptischen Salbe reinigen. Dabei taucht man das Stäbchen in die Lotion oder Salbe ein und tupft es dann auf die Wunde. Falls der Karpfen eine Wunde im Kopf- oder Kiemenbereich hat, sollten Sie die Salbe nutzen, da die Lotion zum Zerfließen neigt und so an Stellen gelangt, wo sie nicht hin soll.

Quetschungen


Quetschungen sind ein weiterer Fall, der immer mal wieder auftreten kann. Diese zeigen sich durch blutunterlaufene Stellen unter den Schuppen, welche dann oftmals abstehen. Liegen die Schuppen weiterhin glatt, ist es nur zu einer leichten Blutung gekommen, bei der man in der Regel nicht eingreifen muss. Stehen die Schuppen hingegen stark ab, sollten Sie den Fisch behandeln, da sich sonst ein Infektionsherd bilden kann.

Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein Koi aus dem Teich springt und dabei auf dem Boden landet. Wenn der Fisch noch aktiv zappelt, kann man ihn vorsichtig wieder in den Teich setzen. Bei einem längeren Aufenthalt auf dem Trockenen sollte man prüfen, ob er noch Atembewegungen und Körpferbewegungen zeigt. Sind diese Bewegungen vorhanden, setzt man den Koi in einen separaten Behälter mit gut durchlüfteten und vor allem sauberem Teichwasser. Die meisten Fische erholen sich innerhalb weniger Stunden wieder und kann nach ein paar Tagen zurück in den Teich.

Erstickungsgefahr


Selbst wenn der Koi längere Zeit an Land war und bereits tot erscheint, sollte sie versuchen den Fisch zu retten. Dabei schauen Sie ob der Karpfen noch leichteste Bewegungen der Haut um den Kiemendeckel zeigt, dem sog. Augenreflex. Hierzu dreht man den Fisch langsam aus der Normallage in die Seitlage. Ein lebender Fisch reagiert mit dem drehen des Augapfels in der Augenhöle. Das liegt daran, dass das Auge versucht in der Normallage zu bleiben und die Körperdrehung auszugleichen.

Ein weit aufgerissenes Maul, welches keine Bewegung mehr zeigt, bedeutet meist, dass es keine Hoffnung mehr gibt. In den meisten Fällen ist ein Erstickungstod eingetreten.

Wiederbelebung


Einen Fisch wiederzubeleben ist nicht ganz einfach. Zu aller erst benötigt man einen separaten Behälter mit sauberen und vor allem sauerstoffangereichertem Wasser. Anschließend nimmt man seinen Schwanzstiel in die Hand und zieht den Fisch entschlossen, rückwärts durchs Wasser - aber bitte vorsichtig. Bei diesem Vorgang wird Wasser unter die Kiemendeckel gespühlt, welches über die Kiemen und durch die Mundöffnung gelangt. Anschließend schiebt man den Koi sanft vorwärts, damit der Wasserdruck die Kiemendeckel wieder schließt.

Diese Prozedur führen Sie solange durch, bis der Fisch von selbst wieder atmet. Je nach Größe kann dies allerdings schon mal bis zu 2 Stunden dauern. Das Aufrichten kann ebenfalls einiges an Zeit voraussetzen, oftmals mehrere Stunden. Hat sich der Koi von den Strapazen erholt, sollte er zunächst noch ein paar Tage separat gehalten werden. Dabei muss natürlich für eine optimale Wasserqualität und Durchlüftung im Zwischenzuhause gesorgt werden.